Ostergruß, nicht nur für meinen Jahrgang


Lieber Weggefährten vom Jahrgang 1960/1961/1962,

 

Bis heute Morgen noch fehlte mir ein Impuls Euch einen Ostergruß zu senden.

Nicht immer muss man ja Worte machen, auch wenn es sich um das höchste Fest der Christenheit handelt. Es kann ja auch mal im Stillen stattfinden.

Ostern, Auferstehung und Erlösung.

Ich war wohl die letzten Wochen zu sehr mit meinem eigenen Verzicht auf manche Suchtmittel und auch vorösterlichen Kirchenmusikalischen Terminen beschäftigt, als das ich Zeit und Muse für ein paar Worte an Euch gefunden hätte.

Nun ist die Fastenzeit vorbei und das Fest der Auferstehung Christi steht an.

Nicht alles wurde erreicht in der Zeit des Verzichts, aber diese Zeit hat sicher auch für einige von Euch einen positiven Reinigungseffekt gehabt.

So läßt es sich die Dinge leichter angehen, die in diesem Jahr wieder, oder noch vor uns liegen.

So oder so, war da auf einmal eine innere Stimme, die sagte:

"So geht das nicht. Selber auftanken und dann nichts davon hergeben wollen? Wofür habe ich Euch Talente gegeben...damit ihr damit wuchert und andere daran teilhaben lasst."

Wat mut dat mut und deshalb nun mein Ostergruß an Euch. (Nur wer es denn möchte)

 

Schließlich liegt Ihr mir alle - ausnahmslos - am Herzen, da ich weiß, dass ein jeder von Euch seinen täglichen Kampf zu fechten hat. Und der ist nicht immer einfach.

Die mit solchen Kämpfen einhergehenden Emotionen sind aber wichtig, da diese den Menschen zum Nachdenken anregen. Wäre alles immer im Lot, gäbe es keine Ungerechtigkeiten, wäre nicht auch Leid und Elend zugelassen und könnten wir Menschen uns bis ans Lebensende bester Gesundheit erfreuen, was für eine Veranlassung hätten wir, über eine höhere Kraft, Gott oder die Erlösung durch den Tod Christi am Kreuz nachzudenken? Fast keinen, oder vermutlich überhaupt keinen.

Selbst heute fällt es vielen schwer eine Verbindung zu Gott herzustellen, da durch sehr viele Einflüsse und Eindrücke eine solche Verbindung unterbunden wird.

Die Ratio steht geistigen Dingen im Wege, schließlich leben wir ja im

Zeitalter der Moderne und des Internets. Weit gefehlt wie ich meine.

 

(Anweisung des Teufels an seine Genossen)

"Beschäftigt sie ständig mit der ganzen Fülle unwichtiger Nebensächlichkeiten des alltäglichen Lebens und denkt Euch immer wieder etwas Neues aus, um ihre Gedanken zu beherrschen"

"Verleitet sie dazu, daß sie viel ausgeben, viel verbrauchen und verschwenden, viel ausleihen und auch wiederum ausborgen. Überredet die Ehefrauen, sich ganz auf ihren Job zu konzentrieren und unendliche Stunden an ihrem Arbeitsplatz zu verbringen. Und überzeugt die Ehemänner davon, jede Woche sechs bis sieben Tage zu arbeiten, jeden Tag 10 bis 12 Stunden nur um sich ihren leeren Lebensstil leisten zu können."

"Haltet sie davon ab, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und für sie zu beten. Wenn ihre Familien schließlich auseinander gebrochen sind, wird ihr Zuhause keinen Schutz mehr bieten. Stopft ihre Köpfe so voll, daß sie die sanfte leise Stimme des Heiligen Geistes nicht mehr hören können. Verführt sie dazu, ständig das Radio oder den Kassettenrekorder, einzuschalten, wenn sie Autofahren. Seht zu, daß unermüdlich der Fernseher, der Videorekorder, der CD Spieler und die Computer in ihrer Nähe laufen.

Und seht zu, daß alle christlichen Symbole verschwinden und in keinem Geschäft und in keinem Restaurant dieser Welt irgendwann während

des Tages oder der Nacht etwa christliche Angebote zu erhalten sind.

Das wird allmählich ihre Gedanken vergiften, und die Einheit und Verbundenheit mit Christus zerstören.

...teuflisches bla bla bla eben...

 

So ähnlich kann man sich teuflisches Wirken vorstellen. Es ist aber nicht der, die oder das andere Schuld daran, sondern man selbst hat die Freiheit sich solchem Treiben anzuschließen oder sich dessen zu entziehen.

Dafür ist eine Zeit des Verzichts auf liebgewordene Dinge gut. Sich Zeit nehmen, um sich einmal auf sich selbst zu besinnen, damit man wieder in die Spur findet. Am Ende dieser Zeit steht in den meisten Fällen die Erkenntnis,

dass es einem gut getan hat und man auch geistig dadurch gestärkt wurde.

 

Vielleicht hattet Ihr wie auch ich, in den vergangenen Wochen die Muse, Euch einmal zu "entschlacken". Traditionell ist die Fastenzeit eine christlich geprägte Zeit, die uns auf das Osterfest vorbereitet.

Die Auferstehung Jesu Chrsti von den Toten. Mancher nimmt auch teil an dieser Zeit, ohne einen besonderen Bezug zum Glauben und dem Osterfest zu haben. So oder so ist es immer gut diese Zeit zu nutzen.

 

Ich empfinde nach Wochen der Enthaltsamkeit, dass manches - was fast schon tot war in mir - wieder zu neuem Leben erwacht.

Es ist auch die Auferstehung in uns, die wir feiern können. Freilich nur, wenn wir uns zuvor bewußt in eine Zeit des "sterben lassen", des Verzichtes und der Bedeutung des Osterfestes und seines Sinns eingelassen haben.

Selbst diejenigen, die noch nicht richtig im Glauben angekommen sein mögen, haben u.U. ihren Boden beackert und vielleicht fällt doch das eine oder andere Samenkorn aus geistigen Gefilden auf fruchtbaren Boden und es wächst aus dem Samenkorn reichhaltige Frucht.

 

So, wie Christi Tod am Kreuz, der gleich dem Weizenkorn ist, das sterben muss, sonst bliebe es ja ohne Frucht...

Das wünsche ich Euch allen von Herzen zu diesem Osterfest.

Trauergruß an einen Freund im Januar 2013


Lieber Xxxxxx, liebe Xxxxx, liebe Familie Xxxxxxx,

Immer den richtigen Einstieg zu finden fällt auch mir nicht immer leicht. So ist es auch diesmal. Soll ich nur einen schlichten Trauergruß senden, oder schreibe ich mehr als das?

Der plötzliche Tod Eurer lieben Mutter und Großmutter weckt auch in mir Trauer und Betroffenheit, weil auch ich einen solchen Verlust bereits erleben musste. Auch meine Mutter erlitt einen schweren Herzinfarkt und war innerhalb von einigen Minuten zu Gott abberufen worden.

Immer wenn ein Elternteil stirbt, stirbt auch in uns etwas für immer. Es ist die Zuflucht die uns, von Seiten der Eltern bis zum Ende deren Lebens, geschenkt wird. Egal was es gab, man konnte sich immer an die Eltern wenden und in der Regel stehen die Türen eines Elternhauses immer offen. Mit dem Tod Eurer lieben Mutter ist Euch auf tragische Weise dieses Stück Zuflucht aus dem Herzen gerissen worden. Wie auch bei meiner Mutter kam der Tod schnell und - unbarmherzig? -.

Uns erscheint es unbarmherzig und alle Versuche für die Hintergründe, das "Warum so plötzlich", eine Erklärung zu finden, können nicht den Schmerz wegwischen, der durch diesen Verlust entsteht. Die Mutter ist und bleibt eben die Mutter und gerade wenn noch alles kurz zuvor in bester Ordnung war, so trifft uns so ein plötzlicher Tod tief in unseren Herzen. Es stürzt etwas über uns zusammen und wir wissen erst mal nicht, wie diese Lücke überbrückt werden kann und wie man das schaffen soll. Es hängt ja sehr viel mehr daran.

Eine Mutter ist schlichtweg unersetzlich und dieses Gefühl eine Zuflucht zu haben, geht insbesondere von der Mutter aus. Nun fühlt man sich wie ein Schiff, das nicht mehr anlegen kann, weil es den Hafen nicht mehr gibt. Man treibt umher weil der Anker abgerissen ist.

Es dauert seine Zeit, bis man diesen Schmerz überwindet und die Trauer ablegen kann. Aber sich Zeit zum Trauern zu nehmen ist wichtig. Ich habe annähernd zwei Jahre getrauert, um sagen zu können: "Nun ist es überwunden und nur noch zärtliche Erinnerung, jedoch kein Schmerz ist mehr da".

Die Veränderungen durch den Tod unserer Mutter zeigten mir, wie vergänglich letztlich alles ist und vieles relativiert sich, betrachtet man das Leben auch von der Seite, dass man selber eigentlich auch nicht mehr allzu lange hat.

Wir sollen lernen zu begreifen, dass der Tod ein Teil unseres Lebens ist und wir sollen lernen ihn nicht zu verdrängen. Der Tod ist eine Türe oder ein Vorhang, den man durchschreitet. Auf der anderen Seite ist lediglich der Körper nicht länger ein Teil unseres Seins, der Geist lebt weiter. Das kann nur verstehen, der mit dem Herzen und nicht mit dem Verstande das Leben betrachtet.

Alle Leidenswege die man geht, gleich welcher Art, führen uns weiter und schenken uns am Ende Erkenntnis. Wir werden stärker und nur der wird zum (Lebens)meister der sich auch hat prüfen lassen. Gäbe es kein Leid auf der Welt, so hätten wir Menschen keine Veranlassung mehr, nach einem höheren Sinn und einem Gott zu fragen. Solange wir aber noch Fragen haben, suchen wir und wer sucht, wird auch finden. Alles Leid ist letztlich zugelassen, damit wir uns geistig bewegen.

Ihr habt den Trost, dass auch Eure Mutter vielleicht vor langer Krankheit und einem gesundheitlichen Leidensweg verschont wurde. Meiner Mutter wurde ihr sehnlichster Wunsch erfüllt, niemals leiden und ans Bett gefesselt sein zu müssen. Dass ihr Wunsch auf diese Weise erhört wurde, haben wir uns anders vorgestellt. Die Wege des Herrn sind aber meistens anders, als wir es erwarten.

Alleine der Glaube und die Zuversicht, dass alles schon seine Richtigkeit hat, kann uns Kraft und Hoffnung geben. Ich glaube fest an das Weiterleben des Geistes bzw. der Seele nach des Leibes Tod. Das wisst Ihr ja. Viele Fragen können, das Thema Tod betreffend, auch von den Kirchen nicht erschöpfend und befriedigend beantwortet werden. Sie versuchen zwar Hoffnung auf eine Auferstehung zu machen, verbinden dies aber immer noch mit der Vorstellung, dass wir im Leibe auferstehen. Alleine die Vorstellung, wie der Staub aller verstorbenen Menschen wieder zu einem funktionierenden Leibe, aus allen Epochen der Menschheit, zusammensortiert werden könnte, passt nicht in mein Glaubens- und Weltbild.

Ich möchte nicht die Kirchenlehre umstoßen, aber die Bibel und Jesus sagen etwas anderes.

Es steht doch geschrieben: "Am jüngsten Tage sollst Du auferstehen."

Für mich ist - nach meiner festen Überzeugung - der Todestag auch unser jüngster Tag in unserem Leben, da die vorherigen Tage vergangen und der nächste Tag noch nicht angebrochen ist.

Warum wird dieser einfache Satz verkompliziert? Ist Gott in der Liebe Jesu Christi nicht genau so einfach zu verstehen wie er es aussprach?

Der jüngste Tag ist immer der Tag, an dem ich morgens erwache. Einen jüngeren Tag gibt es nicht im Leben eines Menschen. Für mich war der Gedanke des Wartens auf "einen" jüngsten Tag, in Form eines "tiefen Schlafes" im dumpfen Grab, immer furchtbar erdrückend und sehr hoffnungslos.

Und hoffnungslos ist es letztlich doch auch, wenn man an den liebenden Gott in Jesus Christus glaubt. Warum um alles in der Welt sollte dieser liebende und barmherzige Gott die Menschen im Grabe belassen? Nur um sie am Tag eines "jüngsten Gerichts" wieder in ihre unverweste Ursprungsform zu bringen und sie dem Leibe nach auferstehen zu lassen? Wo sollen alle Menschen denn dann hin? Kriegen wir neue Wohnungen, Stell dir die Generationen von Familien vor, die dann alle wieder ihr Zimmer beziehen wollen. Nein, Gott ist viel größer als wir es uns auch nur annähernd vorzustellen vermögen.

Ich kann im neuen Testament nichts finden, was Gott dazu veranlasst uns erst mal für lange Zeit geistig aus dem Verkehr zu ziehen, indem er uns im dumpfen Grabe untätig liegen lässt. Gott war und ist zu aller Zeit tätig gewesen und er will auch, dass wir tätig sind. Das Verweilen im Grabe bis zum jüngsten Tage ist eine Ansicht, die nicht einmal durch die Ostergeschichte und den Geschehnissen während der Kreuzigung Jesu Christi untermauert wird. Das Gegenteil ist der Fall.

Ich glaube vielmehr daran, dass der Tod nur ein Augenblick ist. Die Seele und der Geist verlassen den Körper und gehen über in die geistige Welt. Das ist dann auch der Tag "des Jüngsten Gerichts", denn wir treten in die geistige Welt ein, die wir durch unseren Glauben, unsere Liebe und unser Wesen zu Lebzeiten auf Erden geistig gestaltet haben. War man ein schlechter Mensch, erwartet einen auch eine eher unangenehme geistige Welt, die man auch als Hölle bezeichnen könnte und war ich ein besserer oder guter Mensch, so erwartet mich im geistigen Sinne gesehen vielleicht eher ein Himmelreich. Wir sind die Schaffer unserer geistigen Zukunft. Jesus hat uns diesen Weg aufgezeigt, wie wir den Vater sehen können. Er hat uns durch seine Liebe gezeigt, dass dies der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Jeder glaubt und denkt anders darüber und eine konkrete Vorstellung haben wir alle nicht von dem, was uns erwartet. Meine Vorstellung nimmt mir aber die Bedrückung, annehmen zu müssen, dass "der jüngste Tag" in einer fernen düsteren Zukunft liegt an dem alle Seelen auf einmal auferweckt werden.

Es ist immer unser eigener jüngster Tag den wir erleben und an dem unsere Seele, so wir das irdische Leben hinter uns lassen, aufersteht.

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"Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein." (Lk 23,43 EU)

Diese Äußerung ist von Jesus an den reuigen Dieb gerichtet, einen der beiden Verbrecher, die links und rechts von Jesus gekreuzigt wurden. Dieser erkennt in Jesus den Sohn Gottes und bereut seine Taten.

Machte Gott hier eine Ausnahme was das "jüngste Gericht" für alle betrifft, als er diesem Dieb die Zusage machte, noch heute mit ihm im Paradise zu sein, oder hat Jesus dem reuigen Dieb nichts anderes verheißen, als was er uns allen Gläubigen verheißen hat, nämlich, dass auch er an seinem jüngsten Tage auferstehen wird?

Jesus wusste, dass er selbst und der Dieb an diesem Tage den Kreuzestod erleiden würden. Es war der jüngste Tag im Leben Jesu und im Leben des Diebes. Darum konnte Jesus dem Dieb dieses Versprechen geben.

Auch die Seele oder der Geist Eurer Mutter ist bereits auferstanden. Was zu Grabe getragen wird, ist nur noch eine leibliche Hülle. Niemand muss im dumpfen Grab verweilen.

Jesus hat uns diese Nachricht - in einem seiner sieben letzten Sätze - noch am Kreuz selbst gesagt! Unsere Kirchen finden bis heute leider nicht die Worte, die letztlich so einfach zu verstehen sind, um sie ihren Gläubigen als wahre Hoffnung mitzugeben.

Du kannst, wenn Du diese Worte mit Deinem Herzen hörst, Trost in der Verheißung finden, die Jesus selbst uns gab. Ich habe mir das nicht ausgedacht, aber mit dem Herzen gesucht und diese Verheißung hat sich in mein Herz gebrannt.

Der Schmerz über den Verlust kann dadurch nicht genommen werden. Aber es lindert ihn vielleicht. Für mich hat erst durch diese Betrachtung der Tod seinen Schrecken wahrhaftig verloren und ich konnte meine Mutter loslassen, weil ich weiß, dass ich sie wiedersehen werde im Geiste.

Ich wünsche Euch viel Kraft aus Eurem Glauben heraus und die Hoffnung und Zuversicht auf ein Wiedersehen mit denen, die ihr verloren habt. Ich wünsche mir, dass Ihr mit Euren Herzen ein wenig das verinnerlichen könnt, was ich Euch schrieb. Ihr werdet Hilfe und Unterstützung erfahren und in Eurer Trauer getragen.

In herzlicher Verbundenheit grüße ich Euch als Euer Freund