Geschichte

Hier werden Informationen zur Geschichte eingestellt, die nicht in Vergessenheit geraten sollten.

....Volkstrauertag 17. November 2013............







Soldatenfriedhöfe...


Von Hannes Wader "Es ist an der Zeit"

www.youtube.com/watch

und im Original von June Tabor "No man's Land"

www.youtube.com/watch

 

ES IST AN DER ZEIT

G________________C_________Am

Weit in der Champagne im Mittsommergrün,

____D_________G____________D

da wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn,

_____G___________________C

da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht

_____D___________C________G

im Wind der sanft über das Gräberfeld streicht.

___________________________Am

Auf deinem Kreuz finde ich, toter Soldat,

_______D7_____________________G___________D

deinen Namen nicht, nur Ziffern, und jemand hat

____G_______________________Am

die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt,

_______D________________________C_______G

und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt.

 

REFRAIN:

________D_____________________C_______G

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,

______D___________________C__________G

so wie sie es mit uns heute immer noch tun.

_______C_________________D

Und du hast ihnen alles gegeben:

______G__________C___________D__G

deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

 

Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?

Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt,

können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeih'n.

Warst Soldat, um zu sterben, nicht, um jung zu sein.

 

Vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald,

nehme mir mein Vergnügen wie es kommt mit Gewalt.

Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann

vor dir selber geschämt und es doch nie getan.

 

REFRAIN:

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,

so wie sie es mit uns heute immer noch tun.

Und du hast ihnen alles gegeben:

deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

 

...

 

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur

von deinem Leben. Doch hör meinen Schwur

für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein.

Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein,

 

dann kann es gescheh'n, da bald niemand mehr lebt,

niemand, der die Milliarden von Toten begräbt.

Doch es finden sich mehr und mehr Menschen bereit,

diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit.

 

REFRAIN:

Ja auch dich haben sie schon genauso belogen,

so wie sie es mit uns heute immer noch tun.

Und du hast ihnen alles gegeben:

deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

Und du hast ihnen alles gegeben:

deine Kraft, deine Jugend, dein Leben.

 

(dt.T.: Hannes Wader)

Der 17. Juni - Volksaufstand der Deutschen in der ehemaligen DDR jährt sich zum 59. mal!



Protestmarsch 17. Juni 1953
Mit Fäusten und Stangen schlugen die Menschen gegen die Panzer.

Eine Bericht von 2003, der an Aktualität nichts eingebüßt hat.

Gegen 600 Panzer der Sowjets

Der Aufstand vom 17. Juni war Vorläufer für die "friedliche Revolution" von 1989 von H.-J. von Leesen

 

War der Aufstand in Mitteldeutschland am 17. Juni vor 50 Jahren ein Volksaufstand oder nur ein Aufruhr unzufriedener Arbeiter? Hatte er allein wirtschaftliche Gründe, oder ging es den Aufständischen um nationale politische Ziele? Brach der Aufstand spontan aus, oder hatten ihn Drahtzieher von langer Hand vorbereitet? Standen gar "Faschisten" oder amerikanische Geheimdienst hinter dem Aufstand? Wie umfassend war der Aufbruch im Juni 1953, und von welchen Schichten wurde er getragen?

 

Rechtzeitig zum 50. Jahrestag des Aufstandes in der DDR legt Hubertus Knabe, einst einer der wichtigsten Mitarbeiter in der Gauck-Behörde, die die Stasi-Unterlagen aufarbeitet, Verfasser so tabufreier und daher wichtiger Werke wie "Die unterwanderte Republik - Stasi im Westen" und "Der diskrete Charme der DDR - Stasi und West-Medien", ein Buch über die damaligen Ereignisse vor, das man mit Fug und Recht als die gültige Darstellung sowohl der Vorgänge als auch ihrer Hintergründe bezeichnen kann. Er nennt es "17. Juni 1953 - Ein deutscher Aufstand" und wertet dabei die Stasi-Unterlagen über die Ereignisse um den 17. Juni aus. Dazu gehört auch, daß er untersucht, wie die verschiedenen Gruppen - SED, sowjetische Besatzungsmacht, westliche Besatzungsmächte, Regierung der Bundesrepublik Deutschland - auf die Vorgänge in der DDR reagierten.

 

Weil der Aufstand, der fast das ganze Gebiet der DDR erfaßt hatte, die erste Massenerhebung gegen ein totalitäres Regime in der Geschichte und damit ein Ereignis war, auf das die Deutschen stolz sein können und das Wesentliches zu ihrer Identitätsfindung beitragen könnte, hat es im Bewußtsein der Öffentlichkeit nicht die Bedeutung erlangt, die ihm zukommt. Die DDR-Herrscher behaupteten sogleich, daß es sich beim Aufstand um "faschistische Provokationen" gehandelt habe, und angesichts dieser Keule kuscht jeder Politiker und Intellektuelle. Der Westen breitete bald das große Schweigen über den Aufstand, weil er die von Adenauer betriebene Westintegration in Frage stellte, hätte er doch bei entsprechendem Vorgehen der Westmächte durchaus Chancen geboten, der Wiedervereinigung Deutschlands näher zu kommen.

 

Zwar erhob man den 17. Juni in der Bundesrepublik zunächst zum Feiertag, doch kann man an den bei offiziellen Veranstaltungen an diesem Tage beispielsweise im Bundestag gehaltenen Reden ablesen, wie die Bedeutung im Laufe der Jahre immer weiter heruntergestuft wurde und wie dann Redner ausgesucht wurden, die die Gelegenheit nutzten, um ausdrücklich gegen die deutsche Einheit zu predigen, weil das Streben danach, wie sie behaupteten, den Weltfrieden gefährden würde. Und mit zunehmendem Abstand deuteten immer mehr verblendete Westler die deutsche Teilung zur angeblichen "Strafe" für angebliche oder wirkliche deutsche Verbrechen um.

 

Anm. der Redaktion: Hierzu ein Zitat Helmut Kohls. Es spricht für sich - "Uns Deutschen ist nicht zu trauen. Also bitte, meine europäischen Freunde, fesselt uns, bindet uns wirtschaftlich an euch, damit wir uns nie wieder losreißen und einen europäischen Krieg anzetteln können."

Helmut Kohl, Bundeskanzler a.D. (Der Spiegel, 14/1997, S. 41)

 

So ist es denn auch kein Wunder, daß es bisher nur eine einzige Straße gibt, die nach einem Arbeiter benannt wurde, der bei dem Aufstand erschossen wurde, nämlich in dem kleinen Ort Taucha bei Leipzig. Statt dessen findet man aber noch immer auf dem Gebiet der ehemaligen DDR 111 Straßen, die die Namen von Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl tragen, die damals zu den einflußreichsten kommunistischen Politikern in der DDR gehörten und sich beim Aufstand sofort auf die Seite der Sowjetunion schlugen. Nirgendwo gibt es dem Anlaß angemessene Gedenkstätten und Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Toten des 17. Juni 1953. Und dabei waren es mindestens 51 Deutsche, die durch Waffen sowohl der sowjetischen Truppen als auch der in ihrem Auftrag handelnden Volkspolizei getötet wurden, andere Quellen sprechen sogar von 125 Toten.

 

Um so verdienstvoller ist dieses Buch, das sich nicht in belanglosen Einzelheiten verliert, sondern den großen Bogen schlagend umfassend jedes wichtige Ereignis und seine Hintergründe schildert. Die DDR, Gebilde der Besatzungsmacht Sowjetunion, während die Bundesrepublik Deutschland Kind der westlichen Besatzungsmächte war, war im Volke damals keineswegs verankert. Noch zu lebendig waren die Greuel der Sowjets in den ersten Nachkriegsjahren, als aus der sowjetischen Besatzungszone 150.000 deutsche Zivilisten in den KZs der Sowjets verschwanden, 40.000 von sowjetischen Militärtribunalen zu Zwangsarbeit verurteilt und deportiert und Tausende hingerichtet worden waren. Die kommunistischen Herrscher der DDR bemühten sich, einen Überwachungsstaat nach Sowjetmuster zu schaffen, der jedoch in jener Zeit noch nicht in der Lage war zu erkennen, was sich im Bewußtsein der Menschen in Mitteldeutschland entwickelte.

 

Die Versorgungslage war im Vergleich zum westlichen Deutschland schlechter. Trotz intensivster Arbeitsanstrengungen ging der Aufbau nur schleppend vonstatten. Als der FDGB, die kommunistische Einheitsgewerkschaft, zur Erhöhung der Arbeitsnormen aufrief, entlud sich der angestaute Unmut in zunächst einzelnen Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen, die sich sehr schnell zu dem großen Volksaufstand entwickelten. Zwar ging er von Ost-Berlin aus, doch erfaßte er innerhalb von 24 Stunden fast alle größeren Orte - aber nicht nur sie. Er griff auch auf die Dörfer über. Die Evangelische Kirche hatte bereits im Februar 1953 den DDR-Ministerpräsidenten Grotewohl in einem Brief davor gewarnt, daß sich Unruhe in der Bevölkerung ausbreite, doch nahm die SED-Führung das nicht in der erforderlichen Wachsamkeit wahr. So wurde sie von den ersten Meldungen über Zusammenrottungen in der Ost-Berliner Innenstadt völlig überrascht. Ohne daß es Führungsgruppen gab, ohne daß Sprecher in Erscheinung traten, versammelten sich am 16. Juni etwa 10.000 Menschen in der Wilhelmstraße vor dem Haus der Ministerien, um den Rücktritt der Regierung und freie Wahlen zu fordern. Die Lawine schwoll immer weiter an, ohne daß auch der Westen zunächst begriff, was dort vor sich ging. Bevor der RIAS, der als "Radio im amerikanischen Sektor von Berlin" später vom Osten als Drahtzieher angegriffen wurde, auch nur die erste Meldung über die Vorgänge in Ost-Berlin verbreiten konnte, waren dort bereits Zehntausende von Menschen protestierend auf den Straßen.

 

Als am Tag darauf, dem 17. Juni, das Zentralorgan der SED, das "Neue Deutschland", in Aussicht stellte, die Normenerhöhung würden zurückgenommen, war der revolutionäre Schwung der Demonstrierenden und Streikenden schon nicht mehr zu bremsen. Um 6 Uhr begannen dann die Demonstrationen erneut. In Sprechchören und auf schnell gefertigten Transparenten wurden der Rücktritt der DDR-Regierung, freie Wahlen sowie nun auch die deutsche Wiedervereinigung gefordert. Die zunähst soziale Empörung hatte sich nationale politische Ziele gegeben. Ein einheitliches Konzept aber der überall sich bildenden Streikkomitees war nicht zu erkennen. Die Polizei war zunächst hilflos. Es gab einzelne Volkspolizisten, die ihre Uniformen auszogen und in den Demonstrationen mitmarschierten. Andere Volkspolizeieinheiten aber zeichneten sich durch brutales Vorgehen aus. Sie prügelten auf die Demonstranten ein, die sich wehrten. So hatte das Wachregiment 30 Verletzte, davon fünf Schwerverletzte, zu verzeichnen. Das Columbus-Haus wurde gestürmt, rote Fahnen und SED-Transparente verbrannt. Vom Brandenburger Tor wurde die rote Fahne heruntergeholt.

 

Zwischen 11 und 12 Uhr griffen dann sowjetische Truppen ein. Der Volkspolizei wurde Schießbefehl erteilt. Um 13 Uhr verhängte die sowjetische Besatzungsmacht den Ausnahmezustand über Berlin. Trotzdem versammelten sich auf dem Marx-Engels-Platz 50.000 Demonstranten zu einer Großkundgebung. 90.000 sowjetische Soldaten mit 600 Panzern sowie 15.000 Mann DDR-Polizei wurden allein in Berlin gegen die Streikenden eingesetzt. Aber die Bewegung war mit friedlichen Mitteln nicht mehr zu bremsen. In Leipzig, Gera, Merseburg, Magdeburg, Halle, Bitterfeld, Görlitz, Brandenburg, Jena, Rostock, Teterow, aber auch auf dem Lande - überall legten die Arbeiter die Fabriken still, verließen die Baustellen und die LPGs und fanden sich zu Demonstrationen zusammen. Gefangene wurden be- freit, Rathäuser gestürmt, LPGs besetzt, Stalinbüsten zerstört. Die Kirchen mit ihren Pastoren traten bei dem Aufstand, wie Hubertus Knabe ausdrücklich feststellt, nicht in Erscheinung - von Ausnahmen abgesehen, wie in Halle und in Bitterfeld, wo die Junge Gemeinde sich mit den Demonstranten solidarisierte, und wie der Pfarrer Gerhard Sammler in Bad Tennstedt bei Erfurt, der sich an die Spitze der Demonstration stellte und bei der Kundgebung die Menge aufforderte, mit ihm zusammen die dritte Strophe des Deutschlandliedes zu sprechen.

 

Die Bischöfe wollten den eingeleiteten Prozeß der Verständigung mit der SED hingegen nicht gefährden. Und so wurde denn auch die Evangelische Kirche nach der Niederschlagung des Aufstandes von der SED-Führung ausdrücklich gelobt. Aber auch prominente Mitglieder der CDU traten kaum beim Aufstand hervor. Eine besonders abstoßende Rolle spielten DDR-Schriftsteller und Künstler. Sie, die sich - manche zu Unrecht - rühmten, vor 1945 Widerstand geleistet zu haben, redeten nun der Besatzungsmacht UdSSR und dem SED-Regime nach dem Munde. Bert Brecht schrieb am Morgen des 17. Juni gleich drei Solidaritätsbekundungen und schickte sie an Ulbricht, Grotewohl und den sowjetischen Hochkommissar Semjonow (wenn er denn auch drei Tage später ein Gedicht "Die Lösung" verfaßte, in dem er sich lustig machte über den Sekretär des Schriftstellerverbandes, Kuba, einen besonders unfähigen Literaten, aber exzessiven Speichellecker der Sowjetmacht, dessen Ergebenheitsadressen jedes erträgliche Maß überschritten hatten. Brecht, immer vorsichtig und berechnend, hielt sein Spottgedicht allerdings lange Zeit geheim.)

 

Aber auch andere kommunistische Kulturschaffende wie Fritz Cremer, Paul Dessau, Robert Havemann, Friedrich Wolf (Vater des Stasi-Generals Mischa Wolf), Erich Loest, Wolfgang Langhoff und Anna Seghers wandten sich gegen die streikenden Arbeiter und sprachen sich für die sowjetische Besatzungsmacht und deren SED-Regierung aus. Fritz Cremer begrüßte sogar ausdrücklich, daß die sowjetische Armee Todesurteile gegen Demonstranten fällte. Ähnliche Positionen gegen das Volk und für die Sowjets nahm der parteilose Literaturwissenschaftler Hans Mayer ein, der später in den Westen ging und bei den Linken hoch angesehen war und ist, aber auch Stefan Heym, der noch lange nach dem Aufstand die Propagandathese verbreitete, der Anlaß zum Aufstand sei auf die Agentenarbeit der Westmächte zurück-zuführen. Zwar hatten auch die Schriftsteller eine gewisse Kritik am SED-Regime angebracht, doch hatten sie dabei nur ihre eigenen Interessen im Blick, nicht die des Volkes. So war es kein Wunder, daß die Intellektuellen nach dem Aufstand von der SED-Führung ausdrücklich belobigt wurden.

 

Der vom Aufstand völlig überraschte Westen hielt sich zurück. Die Besatzungsmächte von West-Berlin verboten dem Senat und den Medien, irgend etwas zu unternehmen, was die Demonstrationen im Osten verstärken könnte. Der Regierende Bürgermeister Ernst Reuter kümmerte sich darum aber nicht, sondern sprach auf einer riesigen Protestkundgebung in West-Berlin, wo er internationales Eingreifen verlangte, doch ließ sich Adenauer mit seiner Bonner Regierung zu keiner Aktivität bewegen. Erst als er befürchten mußte, daß ihm seine Passivität bei einer anstehenden Bundestagswahl Stimmen kosten würde, bequemte er sich, nach Berlin zu fahren.

 

Die sowjetischen Truppen schlugen mit ihren Panzern den Volksaufstand nieder. Ohne sie wäre das SED-Regime zusammengebrochen. 13.000 Menschen wurden verhaftet. Angebliche westliche oder "faschistische" Drahtzieher wurden trotz aller Manipulationsversuche nicht entdeckt. Es gab sie auch nicht. Hier hatte das Volk selbst gesprochen. Insgesamt wurden ca. 1.600 Personen verurteilt, zwei davon zum Tode und drei zu lebenslanger Haft.

 

Der Aufstand vom 17. Juni 1953 war, und dabei kann man Knabe nur zustimmen, ein Schlüssel- ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Massenerhebung war von einzigartiger Kraft und Spontaneität. Ausgehend von wirtschaftlicher Not, entwickelte sie sich zur politischen Bewegung für Freiheit und Demokratie und schließlich auch für die Wiedervereinigung und die Einheit Deutschlands. Damit war sie ein Vorläufer der Ereignisse, die zum 9. November 1989 führten.

 

Das Buch ist über den Preußischen Mediendienst (PMD) in unserem Hause zu beziehen: Hubertus Knabe, "17. Juni 1953 - Ein deutscher Aufstand", 486 Seiten, 45 Fotos, geb. mit SU, Propyläen Verlag, Berlin, 2003, 25,00 Euro.

 

Quelle: Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 14. Juni 2003

 

17. Juni 1953 / Tag der deutschen Einheit



Reaktion der Kommunisten und der SED am 17. Juni 1953 auf Proteste der Bevölkerung

Wir können auch anders

 

Von Dieter Stein - Chefredakteur der "Jungen Freiheit" zum 17. Juni 1953

dem "Tag der deutschen Einheit"

 

Vor 58 Jahren, am 17. Juni 1953, standen in der gesamten DDR Deutsche gegen die kommunistische Diktatur auf. Über 500 Orte wurden von der Aufstandsbewegung erfaßt, im Zentrum stand die geteilte Hauptstadt Berlin, wo die Bauarbeiter der Stalinallee mit ihren Protesten gegen die Normerhöhungen den Anfang machten. Hier entstanden die wirkmächtigen Bilder vom Marsch durch das Brandenburger Tor, von den rebellierenden jungen Männern, die Steine auf sowjetische Panzer warfen.

 

Das Datum wurde im Zuge des Kalten Krieges zum "Tag der deutschen Einheit" im Westen des geteilten Landes, für die sowjetische Besatzungsmacht und ihre Satrapen von der SED zum Alptraum. Ihnen dämmerte, daß es ihnen wohl nie dauerhaft gelingen würde, das Volk hinter sich zu zwingen.

 

Im Zuge des Volksaufstandes wurden über hundert Menschen auf Geheiß der Sowjets sowie der Staatspartei erschossen oder hingerichtet. Etwa 25.000 Deutsche wurden verhaftet und teils zu hohen Haftstrafen verurteilt. Noch immer ist es erstaunlich, wie viele Straßen in Mitteldeutschland an Repräsentanten des kommunistischen Wahns erinnern, die Ernst-Thälmann-Plätze, Karl-Marx-Straßen, und wie wenige an die unbekannten Helden des deutschen Volksaufstandes oder an diesen selbst.

 

Rückbezug auf die Nation

 

Die Aufständischen des 17. Juni widerlegten für alle Zeit eindrucksvoll die verächtliche Rede, die Deutschen seien ein Volk, das zur Rebellion unfähig ist und stumm sein Kreuz trägt, das zuerst Bahnsteigkarten löst, bevor es den Bahnhof stürmt. Zwischen den Demonstranten, die 1989 in Leipzig, Dresden und Berlin friedlich auf die Straße gingen und mit dem SED-Regime auch die Mauer zum Einsturz brachten, liefen unsichtbar die gefallenen Aufständischen vom 17. Juni mit, das von ihnen aktivierte Bewußtsein "Wir können auch anders" richtete viele wieder auf, die in 40 Jahren DDR mutlos geworden waren.

 

Jeder, der sich überwindet und zur Tat schreitet, reiht sich im Geiste, manchmal auch unbewußt, in eine Kette von Vorbildern ein, die es bereits einmal gewagt und eine Bresche geschlagen haben. Deshalb ist die Erinnerung an diejenigen so wichtig, die es gewagt haben und es ist die Kunst einer Geschichtserzählung, die im Sinne des Gemeinwesens wirkt, solche Bilder zu schärfen und weiterzugeben. Da es in einem "zusammenwachsenden Europa", einer vermeintlich "postnationalen Ära" hieran seitens der politischen Klasse kein Interesse mehr gibt, verblaßt die Erinnerung an einen Tag wie den 17. Juni 1953 nicht von ungefähr.

 

Im Zuge des Zusammenbruchs supranationaler Illusionen, wie wir es aktuell mit der Bruchlandung der europäischen Kunstwährung erleben, erhält der Rückbezug auf die Nation jedoch glücklicherweise neues Gewicht.

 

JF 25/11

 

Gedenkt der Opfer von DRESDEN am 13. + 14.02.1945





Die geplante Vernichtung von Zivilisten im sog. Feuersturm war wissenschaftlich berechnet - ja sollte die gesamte Stadt verbrennen, mit allem was in ihr lebte.

Genugtuung über die riesige Zahl von Toten geäußert. Am 13. und 14. Februar 1945 fand mit den Luftangriffen auf Dresden der alliierte Bombenkrieg seinen schrecklichen Höhepunkt  von Lothar Groppe SJ

Wenn über deutsche Verluste im Krieg, vor allem bei den Luftangriffen auf deutsche Städte gesprochen wird, zitieren "Antifaschisten", ohne den Fundort zu kennen, gern das Wort des Propheten Hosea: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" (8, 7). Unbestreitbar wurde der Zweite Weltkrieg durch das Dritte Reich der Nationalsozialisten ausgelöst.

 

(Anmerkung des Webseiten Admin: Der These der Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des zweiten Weltkrieges, widersprechen schon lange einige anerkannte Historiker. Zu empfehlen ist hier z.B. das Buch von Gerd Schultze-Rohnhof "1939 Der Krieg der viele Väter hatte". Der  einbetonierten "political correctness" Gegenpositionen öffentlich entgegenzusetzen, wird diesen Historikern, wie Gerd Schultze-Rohnhof einer ist, aber gerne sofort als "Revanchismus" ausgelegt. Diese Unterstellungen mit Maulkorb Charakter sind mir jedoch zu einfach.) 

 

Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg gab es aber keinerlei Begeisterung in der Bevölkerung. Dafür waren die Schrecken des Ersten Weltkriegs noch in lebhafter Erinnerung, wenngleich " abgesehen von Ostpreußen " keine Kampfhandlungen auf deutschem Boden stattfanden. Mit zunehmender Dauer des Krieges hatte die deutsche Zivilbevölkerung unter alliierten Luftangriffen zu leiden. 1994 veröffentlichte der ehemalige Bundeswehrgeneral Jürgen Schreiber das Buch "Nicht Auschwitz, aber Stalingrad und Dresden". Ihm geht es um die Frage: "Was haben wir getan, was wußten wir?" Inzwischen ist man von der Kollektivschuldthese im allgemeinen abgerückt. Goldhagens "Hitlers willige Vollstrecker" wurde von Fachkollegen einer vernichtenden Kritik unterzogen. Es bleibt aber die Frage, ob die Bombenangriffe auf deutsche Städte nicht eine Reaktion auf die Luftangriffe deutscher Bomber auf England waren. In den Sonntagsreden unserer Politiker wird immer wieder die Bombardierung Coventrys angeführt, die dann alliierte Bombenangriffe auf deutsche Städte ausgelöst hätte. Wenngleich Hitler vom "Coventrieren" sprach, ist dies ein untauglicher Versuch.Über 250.000 Opfer dürften realistisch sein. Zur "Rechtfertigung" alliierter Luftangriffe auf deutsche Städte scheidet die deutsche Bombardierung Coventrys als Beweis teutonischer Barbarei deswegen aus, weil die Stadt Zentrum der britischen Luftrüstung, also nach Kriegsvölkerrecht ein völlig legitimes Ziel war. Daß auch englische Zivilisten hierbei den Tod fanden, ist wegen der damals noch unvollkommen entwickelten Zielgeräte nicht der deutschen Luftwaffe anzulasten, zumal sich auch Rüstungsbetriebe inmitten von Wohngebieten befanden. Noch ein halbes Jahrhundert später haben bei Angriffen auf den irakischen Befehlsbunker in Bagdad lasergesteuerte Raketen ihr Ziel verfehlt und zahlreiche Zivilisten getötet. Ein Blick auf die Prinzipien deutscher und alliierter Luftangriffe vermag zu einer korrekten Beurteilung der damaligen Situation zu verhelfen. Während die maßgebliche deutsche Dienstvorschrift "Luftkriegführung" (LDv 16) in Nr. 186 sagt: "Der Angriff auf Städte zum Zwecke des Terrors gegen die Zivilbevölkerung ist grundsätzlich abzulehnen", vertrat der Führer der englischen Konservativen, Stanley Baldwin, bereits am 10. November 1932 im britischen Unterhaus die These, daß das Völkerrecht bei Luftangriffen auf Feindesland keine Schranken bedeute. Es war Churchill, der die Bombardierung deutscher Städte befahl, um die Moral der Zivilbevölkerung zu brechen. So waren nach amtlichen deutschen und britischen Quellen die Verluste der Zivilbevölkerung in Deutschland auch zehnmal höher als in Großbritannien.Wie hoch war nun die Zahl der Todesopfer in Dresden? Die JUNGE FREIHEIT veröffentlichte am 28. Februar 2003 einen Artikel von Hans-Joachim von Leesen, in dem es heißt: "Die genauen Opferzahlen der angloamerikanischen Bombenangriffe auf Dresden können bis heute nur vermutet werden." Vor mir liegt ein Brief der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Protokoll und Auslandsbeziehungen, vom 31. Juli 1992. Auf die Anfrage hinsichtlich der Zahl der Toten schreibt die Sachgebietsleiterin Karin Mitzscherlich, "gesicherten Angaben der Dresdner Ordnungspolizei zufolge wurden bis zum 20. März 1945 202.000 Tote, überwiegend Frauen und Kinder, geborgen. Davon konnten nur etwa 30 Prozent identifiziert werden. Einschließlich der Vermißten dürfte eine Zahl von 250.000 bis 300.000 Opfern realistisch sein. Entsprechende neuere Forschungen sind noch nicht abgeschlossen." Ein befreundeter Politikwissenschaftler, dem ich diese Mitteilung machte, wollte sich persönlich von der Korrektheit der Angaben überzeugen. Auf seine Nachfrage erklärte die Sachgebietsleiterin, sie dürften keine Zahlen mehr nennen. Die von Mitzscherlich angegebene Zahl der Todesopfer wurde seinerzeit durch den Oberst der Polizei Grosse gemeldet. Am 30. April 1945 meldete der Ia (Erster Generalstabsoffizier) von Dresden Oberstleutnant i. G. Mathes an das Führerhauptquartier, die Zahl der Todesopfer habe sich auf 253.000 erhöht. Von ihnen seien 36.000 voll identifiziert, während 50.000 anhand von Eheringen teilidentifiziert, dagegen 168.000 in keiner Weise identifiziert werden konnten. Der Vater von Oberstleutnant Mathes war damals als Verwaltungsdirektor Chef der Dresdner Baupolizei. Er bestätigte die Angaben seines Sohnes. Auch nach dem Krieg war er Baudezernent in Dresden. Nach 1945 seien noch viele zehntausend Leichen geborgen worden. Die Angriffstaktik auf zivile Ziele war allseits bekannt. Natürlich kann es nicht um Aufrechnung gehen. Aber wenn man Rechts- und Linksradikalismus vorbeugen will, ist es notwendig, die historische Wahrheit zu ergründen. Wie schrieb doch der einflußreiche amerikanische Publizist Walter Lippmann: "Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Eingang gefunden hat in die Geschichtsbücher der Besiegten und von der nachfolgenden Generation auch geglaubt wird, kann die Umerziehung als wirklich gelungen angesehen werden." Auf einen Artikel über die Terrorangriffe auf Dresden erhielt ich den Brief eines ehemaligen Leutnants der Luftwaffe. Nach seiner Verwundung durfte er zu Hause seine Verletzungen ausheilen, da die Lazarette überfüllt waren. Gemeinsam mit seiner Mutter hörte er immer wieder den Schweizer Sender Beromünster. Er erinnert sich daran, daß am Tag nach der Bombardierung Dresdens eine Meldung sinngemäß lautete: "Die Bombardierung von Dresden und Berlin in der vergangenen Nacht war ein voller Erfolg. Es muß hunderttausende Tote gegeben haben, da die Straßen beider Städte von Flüchtlingszügen aus Ostdeutschland vollkommen verstopft waren." Herr S. erinnert sich, einen Ton der Genugtuung über die Riesenzahl der Toten herausgehört zu haben, weiß allerdings nicht mehr genau, ob die immer wieder genannte Zahl von 360.000 Toten von Berlin und Dresden nur Dresden oder auch Berlin betraf. Leutnant S. wurde zum Stab der Luftflotte 6 versetzt. Jeweils abends wurden zur Unterhaltung der Soldaten Spielfilme gezeigt. An einem Abend zog Herr S. einen Spaziergang dem Filmbesuch vor und hörte die Motorengeräusche schwerer Bomberverbände. Über dem Hauptquartier " es war die ehemalige Landespflegeanstalt Treuenbrietzen " wurden Leuchtbomben abgeworfen, die alles erleuchteten. Da er mit einem Bombenangriff auf das Hauptquartier rechnete, rannte er in die Stabsbaracke und schrie laut: "Alarm". Obwohl er das mehrmals wiederholte, rührte sich niemand. Schließlich riß er die Tür zum Saal mit der Filmvorführung auf und schrie erneut: "Alarm!" Es sei mit einem Bombenangriff zu rechnen. Sein Vorgesetzter, Major i.G. B., kam aus dem Saal, offenkundig über die Störung ungehalten. Als er Leutnant S. erkannte, meinte er: "Ach, Sie machen hier den Krawall. Sie wissen wohl nicht: Wir sind hier so sicher wie nirgendwo. Die englischen Bomber greifen keine militärischen Ziele an, nur zivile Flächenziele." Churchill war sich seiner Kriegsverbrechen bewußt Im Anschluß an Jörg Friedrichs Buch "Der Brand" warfen britische Historiker die Frage auf, ob Winston Churchill wegen der von ihm befohlenen Bombenangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung Kriegsverbrechen begangen habe, und beantworteten sie mit einem klaren "Nein". Sie müssen sich dann allerdings fragen lassen, ob sie die unterschiedslose Bombardierung von Wohnvierteln als Verbrechen ansähen, wenn sie von deutscher Seite begangen worden wäre. Diese Frage stellen, heißt sie beantworten. Churchill wollte die Moral der Zivilbevölkerung durch Terrorangriffe brechen. Zur Bombardierung von Dresden ist von ihm das Wort überliefert: "Ich will die Deutschen braten". Wäre Churchill Deutscher gewesen, hätte man ihn wegen der Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung zum Tode durch den Strang verurteilt und hingerichtet.

Er selbst war übrigens der Ansicht, daß er am Galgen enden würde, wenn Großbritannien den Zweiten Weltkrieg verlieren sollte.

Pater Lothar Groppe SJ war Militärpfarrer und Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr sowie zeitweise Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan. In Dresden (Das Klicken auf Bilder und Text zur  Weiterführung ist nur auf der Original Webseite möglich) Februar 1945: Ich war damals 9, und erst später habe ich richtig begriffen, was ich erlebt habe. Mein Vater war 1942 vor Stalingrad gefallen, und meine Mutter war ganz verzweifelt, als sie Januar 1945 erfuhr, daß die Russen kommen würden. Sie wußte zwar nicht genau was sie tun sollte, aber ein festes Ziel hatte sie klar vor Augen: Sie wollte sich und uns beide, mein Bruder war 4, vor den Russen retten. Da Brieg zwangsweise evakuiert wurde, blieb ihr nicht viel Zeit zum Überlegen. Sie packte das Notwendigste in einen Koffer, und wir drei fuhren von Brieg nach Berlin-Eberswalde zu ihrer Schwägerin. Wir verblieben dort etwa zwei Wochen, bis wir vom eigenen deutschen Volkssturm und den sogenannten Gruppenleitern gezwungen wurden, Berlin-Eberswalde zu verlassen  bzw. wieder zurückzufahren. In dem zugeteilten Zug fuhren wir dann Richtung Dresden. Der Zug fuhr nicht zügig, sondern stoppte mehrmals und wurde, wie man uns sagte, ständig umgeleitet. Schließlich erreichten wir abends den äußeren Bereich von Dresden, und der Zug stoppte wieder. Die Stadt lag vor uns, wir konnten sie aber nicht sehen, da wegen der Verdunkelungspflicht alle Lichter aus waren. Man sagte uns, der Bahnhof sei überfüllt und wir müßten warten, bis wir an die Reihe kämen. Plötzlich fingen aus der Ferne die Sirenen an zu heulen, und der Zugführer ging von außen am Zug vorbei und teilte uns mit, daß wir wegen dem Fliegeralarm nicht reinfahren könnten. Kurze Zeit später ging es los. Man hörte das Gebrumme der Flieger, und es schien, als flögen sie über uns hinweg. Sie warfen ihre Bomben über Dresden ab, die Bomben explodierten mit einem dumpfen Geräusch, und Dresden fing an zu brennen, zuerst an einzelnen Stellen, dann wurde es immer mehr. Jetzt wußten wir genau, wo Dresden lag. So in etwa sechs bis acht Kilometer Entfernung vor uns sahen wir die Flammen hochsteigen. In der frühen Morgendämmerung am nächsten Tag wurde uns ganz bange, als sich der Zug in Richtung Dresden in Bewegung setzte. Wir bekamen die ersten Trümmer zu sehen. Im Zug herrschte eine seltsame Atmosphäre - totales Schweigen auf der einen Seite, Hysterie einiger vereinzelten Personen auf der anderen. Zerstörte Häuser, Mauerreste, vereinzelte Stahlgerüste und viele Tote, sei es nur einzelne Körperteile, Arme, Beine, Gesichter oder die ganzen Körper, die hier und dort zwischen den Ruinen lagen. Meine Mutter versuchte uns gut zuzureden und mahnte uns an wegzuschauen, aber wohin? Wenn man wegschaute in eine andere Richtung, dann sah man dort das Gleiche. Schließlich holte sie mich vom Fenster weg. Wir fuhren schleppend in den Dresdner Bahnhof rein. Der Aufenthalt in Dresden war sehr kurz, vielleicht eine Stunde. Dann setzte sich der Zug rückwärts in Bewegung, und gleich danach fingen wieder die Sirenen an zu heulen. Zum Glück hielt der Zug nicht mehr, sondern beschleunigte sein Tempo. Dann kamen schon an diesem frühen Morgen die ersten Bomber mit einer neuen Angriffswelle, und man konnte jetzt deutlich die Bomben sehen, die auf Dresden herabfielen. Wir verließen diesen Ort des Grauens noch rechtzeitig. Anneliese Hilger

 

Feuersturm:"Die Bombenwerfer waren Bestien"

 

Erinnerungsstücke werden in mir nun wieder wach an die Nacht zum 14. Februar 1945, zu meinem 4. Geburtstag. Ich selbst war damals ein lebhaftes, zierliches kleines Mädchen mit großer Neugier und mein Geist kapierte schon, daß irgend etwas nicht stimmte, furchtbar war, eine Zerstörungswut und Panik bemerkte ich überall. Eine Tante hatte ein großes, älteres Haus mitten in einer Stadt in Sachsen in etwaiger Nähe von Dresden entfernt. Dort waren Großmutter und ich (Mutter zu Hause, Vater weg, er befand sich im Krieg) zu Besuch, alle sehr unruhig, steckten mich kleines Mädchen damit an, draußen hörte ich es krachen, donnern und immer dieses schreckliche unheimliche Heulen, laut, ohrenbetäubend, markerschütternd. Großmutter blickte mich an und sagte: "Der Krieg, die Bomben, Sirenen.? Ich hatte wahnsinnige Furcht und Angst. Wir sind dann alle in den dunklen Luftschutzkeller gegangen, schwache Lichter wurden angezündet, es war unheimlich und kalt dort unten, wir haben gefroren, ich klammerte mich schutzsuchend und verängstigt an meine Großmutter, eine liebevolle, fürsorgliche Oma, Decken sollten vor Kälte schützen, nützten aber nicht viel. Die Menschen waren zu aufgeregt, flüsterten untereinander, dann kamen noch andere Menschen hinzu.Draußen ging das Donnern, Krachen, Sirenengeheul weiter, so daß wir immer wieder zusammenzuckten, einige murmelten Gebete zu Gott, wie Oma sagte. Ich zitterte und fror jämmerlich, meine Großmutter betete auch, war in Gedanken vertieft, nahm mich instinktiv fester in die Arme, ihre schützende Nähe tat mir so gut. Plötzlich war ich hundemüde vor Angst, Aufregung, Kälte, da hörte ich Großmutter flüstern: "Oh Gott, Dresden brennt, die Bomben." Ich kapierte in meinem kindlichen Kopf, daß dort wohl schrecklicher Krieg sein mußte, dort gab es keinen Schutzengel, dann fügte sie noch hinzu: "Armes Kind, Dein 4. Geburtstag, wie schrecklich." Danach fiel ich einen langen Schlaf, da ich von allem zu erschöpft war. Als ich die Augen aufschlug, befand ich mich im Bett, Großmutter lächelte mich mit müden, verweinten Augen gutmütig an, strich mir übers Gesicht, sagte stockend: "Dresden ist kaputt, dort ist Krieg, Menschen sind tot." Uta Fritzsche

 

Leichenverbrennung:"auf dem Altmark in Dresden"

 

 Einer der vielen Verbrennungshügel in Dresden nach den Bombenangriffen am 14. und 15. Februar 1945. Die Scheiterhaufen sollen Tag und Nach gelodert, kilometerweit habe es nach verbranntem Fleisch, nach brennender Kleidung gerochen;  Hügel von Knochenresten und Asche türmten sich auf. Offiziell wird heute von 35.000 Toten ausgegangen in der Literatur gibt es auch wesentlich höhere Schätzungen.  Auch wird u.a. durch die Praxis, wegen der Seuchengefahr, systematisch die Verwesenden in den Kellern mit Flammenwerfern zu verbrennen nie die genaue Zahl zu ermitteln sein.

 

 

 

Zur Originalseite über den Bombenkrieg von Dresden:"Bombenkrieg von Dresden"

 

Weiter: "Hochgerechnet und heruntergelogen. Die genauen Opferzahlen der anglo-amerikanischen Bombenangriffe auf Dresden können bis heute nur vermutet werden. Hans-Joachim von Leesen"

 

Hier könnten Ihr Bericht, Ihre Bilder zu sehen sein. Wir suchen Berichte von Zeitzeugen und Bilddokumente. Helfen Sie mit, dass unseren Opfern gedacht und das Geschehene  für die Nachwelt dokumentiert wird. Empfehlen Sie diese Seite weiter.

 

info(at-zeichen)bombenkrieg.net